Allgemeine Angaben
Inventarnummer:
A 458
Kurzbezeichnung:
Laokoongruppe
Abguss
Höhe Abguss:
2.25m
Material:
Gips
Bemerkung:
Nr. 263Abguß mit den alten Ergänzungen, in mehreren Teilen abgeformt, teilweise mit
Gußnähten.
Bezugsdatum:
1906
Original
Name:
Laokoongruppe
Material:
Marmor
Format:
lebensgroß
Gattung:
Rundplastik
Untergattung:
Idealfigur
Ergänzungen:
am Laokoon: r. Arm (inzwischen durch den antiken Arm ersetzt),
Teil des l. Fußes und des Gewandes. Am älteren Sohn: r. Hand,
Hinterkopf, Nasenspitze, einige Zehen, Teile des Gewandes. Am
jüngeren Sohn: r. Arm, Hinterkopf, Nasenspitze und Zehen sowie
Schlangenkopf an der Hüfte Laokoons, Basis.
Fundstelle:
Am 14.1.1506 auf dem Gebiet der Domus Aurea bei Sette
Sale gefunden.
Herkunft:
Land: Italien, Ort: Rom
Datierung Sonstiges:
Jahr: 20
BereichEnde: 30
Epoche:
Römische Kaiserzeit
Aufbewahrung:
Land: Italien
Ort: Rom
Museum: Vatikanische Museen
Inventarnummer: 1059.1064
Die Skulpturengruppe schildert, wie der trojanische Priester Laokoon beim Opfer zusammen mit seinen beiden Söhnen von zwei Schlangen gefesselt, erwürgt und zu Tode gebissen wird. Halb auf dem Altar sitzend, ringt der muskulöse, bärtige Mann mit einer Schlange, die ihn in die linke Hüfte beißen will. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt, der Mund ist stöhnend geöffnet. Der rechte Arm war ursprünglich nicht ausgestreckt, sondern spitz angewinkelt und fest von der Schlange umwunden (der Gipsabguss zeigt die in der Renaissance falsch ergänzte Armhaltung).
Der jüngere Sohn zur Rechten des Vaters hängt bereits sterbend in den Windungen der zweiten Schlange, die ihn in die Brust beißt, während der ältere Sohn verzweifelt versucht, sich aus der Umfesselung durch beide Schlangen zu befreien.
Über die Ursache des schrecklichen Schicksals der drei kursierten in der Antike widersprüchliche Erzählungen. Am bekanntesten ist die von Vergil überlieferte Version, nach der Laokoon die Trojaner vor dem H warnen wollte und dafür von Athena, die die Griechen unterstützte, mit dem Tode bestraft wurde.
Seit ihrer Entdeckung im Jahre 1506 zählt die Laokoongruppe zu den berühmtesten Werken der antiken Skulptur. Schon vor ihrer Auffindung in einem unterirdischen Saal auf dem Esquilin in Rom wusste man von ihr, denn Plinius der Aeltere hatte sie in seiner „Naturgeschichte“ besonders lobend hervorgehoben. Umso begeisterter waren Michelangelo und andere Künstler, als sie sich dieses Meisterwerk der Bildhauerkunst nicht mehr bloß in der Phantasie vorstellen mussten, sondern wirklich betrachten konnten. Die Laokoongruppe wurde zum Inbegriff der antiken Kunst, ja der Bildenden Kunst überhaupt. Winckelmann, Lessing, Goethe und andere Kunsttheoretiker widmeten ihr grundlegende Abhandlungen. Bis heute ist das Bild des verzweifelt um sein Leben ringenden Priesters und seiner Söhne ein in der Kunst, aber auch in anderen Bereichen (z. B. in politischen Karikaturen) häufig zitiertes Motiv.
In der Archäologie besteht große Uneinigkeit über die kunsthistorische Einordnung der Skulpturengruppe. Auf den ersten Blick erinnern die muskulöse Gestalt des Laokoon und sein schmerzverzerrtes Gesicht mit dem wild bewegten Bart− und Haupthaar an den Pergamonaltar. Doch ist die Modellierung, genauer betrachtet, kleinteiliger und unruhiger. Die unverhältnismäßig zierlich und schlank proportionierten Söhne erinnern an Skulpturen des 4. Jahrhunderts vor Chr., d. h. die Laokoongruppe ist ein eklektisches, auf frühere Stilepochen anspielendes Werk.
Die Komposition der Gruppe ist auffällig in die Fläche gebreitet. Man kann die Darstellung in der Vorderansicht vollständig überblicken und ist zu ihrem Verständnis nicht darauf angewiesen, die Gruppe zu umschreiten. Diese „Einansichtigkeit“ gilt als typisches Stilmerkmal spaethellenistischer Gruppenkompositionen. Doch ist bis heute außerordentlich umstritten, welche absolute Datierung sich daraus für die Laokoongruppe ergibt. Die zur Zeit am meisten diskutierten Vorschläge schwanken zwischen 140 und 50 vor Christus. Manche Forscher halten die Skulptur sogar für eine Schöpfung der römischen Kaiserzeit. Auch über die Frage, ob es sich um ein Original oder eine Kopie handelt, besteht keine Einigkeit.











