ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Diadumenos

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 132

Kurzbezeichnung:

Diadumenos

Abguss

Breite Abguss:

0.95m

Höhe Abguss:

1.88m

Dicke Abguss:

0.54m

Material:

Gips

Bemerkung:

Krupp-Körte-StiftungAbguß, in vier Teilen, mit den Ergänzungen, mit Gußnähten

Bezugsdatum:

1913

Original

Name:

Diadumenos

Material:

Marmor

Format:

lebensgroß

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Ergänzungen:

Nase, Finger der r. Hand, Teile von Schenkel, Schienbein und
Hacken des l. Beines, oberer Teil der Stütze

Fundstelle:

aus dem Theater von Vaison

Herkunft:

Land: Frankreich, Ort: Vaison

Datierung:

-0430 bis -0420

Epoche:

Klassik (Griechische Antike)

Aufbewahrung:

Land: Großbritannien
Ort: London
Museum: Brit. Mus.
Inventarnummer: 500


Der römische Schriftsteller Plinius erwähnt, dass Polyklet einen Diadumenos (ein Mann, der sich die Siegerbinde umlegt) gemacht habe, der hundert Talente wert sei. Zwar ist das Bronzeoriginal der Skulptur verloren, doch existieren eine Reihe von Kopien in Marmor. Sie zeigen einen nackten Mann im klassischen Kontrapost. Das Gewicht des Körpers ruht auf dem rechten Standbein, während das linke Spielbein abgewinkelt nach hinten gestellt ist. Die Hüfte ist zur linken Spielbeinseite hin gekippt, im Gegensatz zur Schulter, die zur rechten Standbeinseite hin gesenkt ist. Erkennbar wird diese Gewichtsverteilung auch an der Durchbildung der Muskeln, die die unterschiedliche Gewichtsverteilung wiedergeben.

Der Baumstumpf an der rechten Seite der Figur gehört nicht zum Original aus Bronze, sondern wurde aus statischen Gründen vom Kopisten hinzugefügt. Beide Arme sind erhoben, um die Siegerbinde umzulegen. Diese Siegerbinde bestand wahrscheinlich aus Metall und ist verloren, ist aber am Kopf noch im Marmor erkennbar. Dargestellt ist wahrscheinlich ein siegreicher Athlet. Insgesamt ist der Diadumenos weiter entwickelt als der Doryphoros, das bekannteste Werk des Polyklet, so dass er aufgrund stilistischer Merkmale in die Zeit um 420 v. Chr. datiert wird.