ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Agias

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 359

Kurzbezeichnung:

Agias

Abguss

Höhe Abguss:

198cm

Breite Abguss:

63.5cm

Dicke Abguss:

40.5cm

Material:

Gips

Literatur:

GVK

Bezugsdatum:

1913

Bemerkung zum Bezug:

Mit Mitteln der Krupp-Körte-Stiftung erworben

Original

Name:

Agias

Material:

Marmor

Format:

überlebensgroß

Funktion:

Ehrenstatue

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Reliefgattung:

Architektonisches Relief

Ergänzungen:

Unterer Arm

Herkunft:

Land: Griechenland, Ort: Delphi

Datierung:

-0335 bis -0332

Epoche:

Griechische Antike

Aufbewahrung:

Land: Griechenland
Ort: Delphi
Museum: Museum
Inventarnummer: 1875

Literatur:

S. Hemingway, „How to read Greek sculpture“. The Metropolitan Museum of Art, New York, 2021.

Typus:

Homer Farnese


Die Statue des Agias gehörte zu einem im Apollonheiligtum von Delphi aufgestellten Weihgeschenk, das ursprünglich neun Figuren umfasste. Diese stellten den thessalischen Fürsten Daochos II., seine Vorfahren und seinen Sohn sowie den Gott Apollon, den Empänger der Weihung, dar. Die etwa 12 Meter breite, mit Namensinschriften versehene Basis und Reste von sechs Statuen haben sich erhalten.

Agias, der Urgroßvater des Stifters, wird als nackter junger Athlet gezeigt, zur Erinnerung an seine sportlichen Leistungen, die er u. a. als Olympiasieger im Pankration erbrachte. Die Figur ist auffällig schlank proportioniert, mit langen Beinen und sehr kleinem Kopf. Das Gewicht ruht auf dem rechten Bein, doch ist auch der linke Fuß fest auf den Boden gesetzt. Von diesem Fuß steigt ein schwungvoller Bewegungsimpuls zur rechten Hüfte und von dort zur linken Schulter auf. Er gipfelt in dem entschieden nach links gewandten Kopf mit den tiefliegenden, pathetisch wirkenden Augen.

Die genannten Merkmale erinnern stark an den Apoxyomenos des Lysipp. Man hat die Statue daher mit diesem berühmten Bildhauer in Verbindung gebracht, zumal eine von Lysipp gefertigte Bronzestatue des Agias inschriftlich überliefert ist. Vermutlich wurde die in Delphi gefundene Figur von einer stark durch Lysipp beeinflussten Werkstatt gefertigt. Sie ist jedenfalls ein originales griechisches Marmorwerk aus der Zeit um 340/330 vor Christus.