ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Alter Hirte

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 472

Kurzbezeichnung:

Alter Hirte

Abguss

Breite Abguss:

0.44m

Höhe Abguss:

1.07m

Dicke Abguss:

0.36m

Material:

Gips

Bemerkung:

Mit Mitteln der Krupp-Körte Stiftung erworben.Abguß mit den Ergänzungen, mit Gußnähten, in der l. Hand mit Teil eines Krummholzes
ergänzt.

Bezugsdatum:

1912

Original

Name:

Alter Hirte

Material:

Marmor

Format:

unterlebensgroß

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Ergänzungen:

Kopf und Hals, l. Arm, am Lamm r. Vorderbein, l. Hinterbein, l.
Ohr.

Fundstelle:

vom Esquilin.

Herkunft:

Land: Italien, Ort: Rom

Datierung:

-0150 bis -0100

Epoche:

Hellenismus

Aufbewahrung:

Land: Italien
Ort: Rom
Museum: Konservatorenpalast
Inventarnummer: 1111


Die ohne Kopf erhaltene Figur eines alten Hirten wurde nach ihrer Auffindung 1875 wegen der schlaff herabhängenden Brust als Frau gedeutet und ergänzt, doch zeigen Vergleiche mit anderen hellenistischen Skulpturen alter Menschen, dass eher ein Mann gemeint ist.

Um die Hüften ist ein Mantel gewickelt, und von der linken Schulter hängt ein verknotetes Ziegenfell herab. Mit der rechten Hand trägt der Hirte an die Hüfte gedrückt ein Lämmchen. In der abgebrochenen Linken hielt er wahrscheinlich einen Stock. Als Statuenstütze fungiert ein knorriger Baumstumpf, der sehr detailreich wiedergegeben ist und die freie Natur als Ort der Handlung bezeichnet.

Die lebendige Oberflächenstruktur und die unruhigen, kleinteilig zergliederten Flächen des Gewandes sprechen für eine Datierung des Vorbilds dieser römischen Marmorkopie in späthellenistische Zeit.

Seit dem 3. Jahrhundert vor Christus ist das Leben der einfachen Landleute ein Thema der griechischen Hirtendichtung (Bukolik) und der Bildkünste. Neben Bauern und Hirten werden vor allem Fischer dargestellt. Die hellenistischen Figuren bringen durch das zottelige Fellgewand, die mühevolle Bewegung und die schonungslose Darstellung des Alters die Härte und Kargheit des Landlebens zum Ausdruck und verklären es weniger als spätere Epochen. Wahrscheinlich wurden die Skulpturen von wohlhabenden Auftraggebern als Weihgeschenke in ländlichen Heiligtümern aufgestellt. Die mitgeführten Tiere sind dann als Opfergaben zu verstehen. In römischer Zeit wurden diese meist wohl aus Bronze gefertigten Statuen in Marmor kopiert. Sie dienten vor allem als Schmuck großer Villengärten und Parkanlagen.

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