ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Statue des Demosthenes

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 1393

Kurzbezeichnung:

Statue des Demosthenes

Abguss

Breite Abguss:

0.75m

Höhe Abguss:

1.9m

Dicke Abguss:

0.55m

Material:

Gips

Bemerkung:

Mit Mitteln der Walter-Blanck-Stiftung und der Commerzbank Göttingen
erworben.Abguß mit den Ergänzungen, aber ohne die Hände, die 1954 als gefaltet rekonstruiert,
inzwischen aber wieder durch die ältere Ergänzung mit Buchrolle ersetzt wurden; Kopf separat
gegossen.

Bezugsdatum:

1982

Original

Name:

Statue des Demosthenes

Material:

Marmor

Format:

lebensgroß

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Porträt

Ergänzungen:

die Nase, Zehen des l. Fußes sowie zwei des r.; ferner die
beiden Hände

Fundstelle:

wahrscheinlich aus Campanien im 18.
Jh.

Epoche:

Hellenismus

Aufbewahrung:

Land: Dänemark
Ort: Kopenhagen
Museum: Ny Carlsberg Glyptotek
Inventarnummer: 2782


Nur mit dem Mantel bekleidet, steht der berühmte Redner da, den Kopf ernst zu Boden gesenkt, die Hände vor dem Schoß verschränkt. Beide Füße sind fest auf den Boden aufgesetzt, der rechte ist nach vorn geschoben. Der obere Rand des Mantels ist unter der nackten Brust zu einem waagrechten Wulst gedreht und hängt in einer langen senkrechten Bahn nach vorn über die linke Schulter herab. Die faltige Haut auf der mageren Brust, die sehnigen Arme, das knochige Gesicht und die Stirnglatze zeigen, dass Demosthenes kein junger Mann mehr ist. Zusammen mit dem sorgenvollen, bitteren Gesichtsausdruck weisen diese Alterszüge auf den langen, vergeblichen Kampf des Redners gegen die unaufhaltsam sich ausbreitende makedonische Vorherrschaft in Griechenland hin.

42 Jahre nach seinem Selbstmord wurde ihm von den Athenern im Jahr 280 vor Christus auf der Agora eine Bronzestatue errichtet, die in zahlreichen römischen Marmorkopien überliefert ist. Das Original stammte von dem sonst nicht näher bekannten Bildhauer Polyeuktos und ist ein Musterbeispiel der fr Plastik. Kennzeichnend sind der sperrige, ungefällige Aufbau der Figur, der die Gestaltungsprinzipien der vorausgegangenen klassischen Epoche gezielt ins Gegenteil verkehrt: Auf den Kontrapost wird verzichtet, statt in schwungvollen Diagonalen und S−Linien baut die Gestalt sich in spröden geometrischen Grundformen auf. Die Komposition wird von senkrechten und waagrechten Linien beherrscht, Schulter und Arme bilden ein Sechseck. Nicht idealisierende Heldenverehrung wird angestrebt, sondern realistische Charakterisierung eines vom Leben gezeichneten Menschen.