ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Apoll vom Belvedere

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 348

Kurzbezeichnung:

Apoll vom Belvedere

Abguss

Breite Abguss:

1.24m

Höhe Abguss:

2.17m

Dicke Abguss:

0.98m

Material:

Gips

Bemerkung:

Als Ersatz für alten Abguß von 1775 erworben.Abguß in acht Teilen, mit den Ergänzungen.

Bezugsdatum:

1898

Original

Name:

Apoll vom Belvedere

Material:

Marmor

Format:

überlebensgroß

Funktion:

Kultbild

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Ergänzungen:

r. Unterarm, l. Hand, vorderster Teil der Chlamys, oberster Teil des Stammes.

Fundstelle:

in der Nähe von Antium am Ende des 15. Jhs. gefunden.

Herkunft:

Land: Italien

Datierung:

-0330 bis -0320

Epoche:

Spätklassik (Griechische Antike)

Aufbewahrung:

Land: Italien
Ort: Rom
Museum: Vatikanische Museen
Inventarnummer: 1015

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Mit dem Bogen in der (nicht erhaltenen) Linken tritt der jugendliche Gott leichtfüßig auf den Betrachter zu. Sein Blick ist entschieden nach links gewandt, der Bewegung des weit ausgestreckten Armes folgend. Der rechte Arm ist gesenkt, die Hand hielt ursprünglich wohl einen Lorbeerzweit, Zeichen für die entsühnende Macht Apollons. Ein kurzer Mantel ist auf der rechten Schulter geknüpft und über den erhobenen Arm geworfen. Von dort hängt er als effektvolle Hintergrundsfolie neben dem nackten Körper herab und unterstreicht so dessen makellose Schönheit.

Über die Brust verläuft der Riemen des Köchers, an den Füßen sieht man detailreich ausgestaltete Sandalen. Das Haupthaar ist lang und lockig, über der Stirn ist es zu einer kunstvollen Schleife aufgebunden.

Die Marmorstatue wurde schon kurz von 1500 in der Nähe von Rom gefunden und gelangte später in den Belvedere, nach dem sie ihren Rufnamen erhielt und wo sie noch heute aufgestellt ist. Vor allem durch Johann Joachim Winckelmann, der in ihr „das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums“ erblickte, erlangte die Statue Weltruhm. Erst später erkannte man, dass es sich um eine römische Marmorkopie nach einem verlorenen griechischen Bronzeoriginal handelt. Dieses könnte mit einer in antiken Quellen genannten Apollonstatue des berühmten Bildhauers Leochares im Heiligtum des Apollon Patroos an der Athener Agora identisch gewesen sein.

Ob der vermutlich zur Zeit Hadrians arbeitende Kopist seiner Vorlage außer dem Baumstamm mit der Schlange weitere Elemente hinzugefügt hat (Mantel, Sandalen?), ist umstritten. Die Komposition der diagonal aus der Tiefe hervorschreitenden Figur, die sich bildhaft vor dem Betrachter ausbreitet, entspricht spätklassischen Gestaltungsprinzipien aus der Zeit um 330 vor Christus.