ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Torso vom Belvedere

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 457

Kurzbezeichnung:

Torso vom Belvedere

Abguss

Breite Abguss:

0.71m

Höhe Abguss:

1.57m

Dicke Abguss:

0.84m

Material:

Gips

Bemerkung:

Als Ersatz für älteren Abguß, der nach München abgegeben wurde.Abguß mit den Ergänzungen

Bezugsdatum:

1974

Original

Name:

Torso vom Belvedere

Material:

Marmor

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Ergänzungen:

Rückseite des Felsens und kleine Stücke an der
Vorderseite.

Fundstelle:

im 15. Jh. im Pal.Colonna bei
SS.Apostoli.

Herkunft:

Land: Italien, Ort: Rom

Datierung Sonstiges:

BereichEnde: 1

Epoche:

Hellenismus

Aufbewahrung:

Land: Italien
Ort: Rom
Museum: Vatikanische Museen
Inventarnummer: 1192


Die ohne Kopf, Arme und Unterschenkel erhaltene Statue eines äußerst muskulösen, auf einem Pantherfell in freier Natur sitzenden Mannes zählt seit dem 15. Jahrhundert zu den berühmtesten antiken Skulpturen. Nach ihrem Aufstellungsort im Belvedere ist sie als ‚Torso vom Belvedere‘ bekannt. Michelangelo, einem großen Bewunderer dieses Meisterwerks der Bildhauerkunst, ist es zu verdanken, dass die fehlenden Partien der Statue entgegen der damals üblichen Praxis nicht ergänzt wurden. Erstmals wurde ein Torso als eigenständige künstlerische Form anerkannt.

In der Wissenschaft hingegen hat es viele Versuche gegeben, das ursprüngliche Aussehen der Figur zu rekonstruieren und damit einen Anhaltspunkt für ihre Deutung zu gewinnen. Zuletzt wurde vorgeschlagen, in dem Sitzenden den griechischen Helden Aias kurz vor seinem Selbstmord zu erkennen.

Auch die Datierung des Torso ist äußerst umstritten. Sie schwankt zwischen 200 und 50 v. Chr. Ob der athenische Bildhauer Apollonios, Sohn des Nestor, dessen Signatur auf der Vorderseite des Felsens zu lesen ist, der Erfinder des Werks ist, oder ob es sich um eine von ihm angefertigte Kopie nach einem älteren Vorbild handelt, ist ebenfalls ungeklärt. Die hervorragende Meißelarbeit spricht eher für die erstgenannte Annahme.