ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Sog. Kritios-Knabe

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 1068

Kurzbezeichnung:

Sog. Kritios-Knabe

Abguss

Breite Abguss:

0.36m

Höhe Abguss:

1.17m

Dicke Abguss:

0.22m

Material:

Gips

Bemerkung:

Abguß mit der früheren Anpassung des Kopfes; H 0,86 m (Schrader); 0,85 m (Bruskari);
jedoch tatsächlich 1,17 m mit dem seit langem angefügten Kopf und l. Unterschenkel.

Bezugsdatum:

1926

Original

Name:

Sog. Kritios-Knabe

Material:

Marmor

Format:

unterlebensgroß

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Porträt

Baukomplex:

Akropolis

Herkunft:

Land: Griechenland, Ort: Athen

Datierung:

-0490 bis -0480

Epoche:

Strenger Stil

Aufbewahrung:

Land: Griechenland
Ort: Athen
Museum: Akropolismuseum
Inventarnummer: 698


Die Statue des Kritiosknaben ist von herausragender Bedeutung für die griechische Plastik, weil sie den Umbruch von archaischem Stil zu klassischem repräsentiert. Sie wurde bei den Ausgrabungen auf der Akropolis gefunden und stammt wahrscheinlich aus dem „Perserschutt“, d.h. sie muss vor 480 v. Chr. entstanden sein. Als Weihgeschenk stellte sie wahrscheinlich einen Sieger in sportlichen Wettkämpfen oder einen Heros, z.B. Theseus, dar. Kopf und Körper wurden getrennt gefunden. Die Augen bestanden aus einem anderen Material. Das Haar ist um einen Stirnreif gewickelt.

Im Gegensatz zu den archaischen Kuroi ist beim Kritiosknaben das rechte Bein vorangesetzt. Weitreichendere Folgen hat jedoch die sogenannte „Ponderation“, die eine Verschiebung der Hüften zur Folge hat. Damit ist das strenge Achsensystem, in das alle archaischen Skulpturen eingebunden sind, aufgehoben. Das „archaische Lächeln“ ist ganz verschwunden. Diese Veränderungen sind kennzeichnend für die Entwicklung der klassischen Plastik.