Allgemeine Angaben
Inventarnummer:
A 357
Kurzbezeichnung:
Statue des Apoxyomenos
Abguss
Breite Abguss:
0.72m
Höhe Abguss:
1.98m
Dicke Abguss:
1.12m
Material:
Gips
Bemerkung:
1881 erworben (?)Abguß mit den Ergänzungen.
Original
Name:
Statue des Apoxyomenos
Material:
Marmor
Format:
überlebensgroß
Gattung:
Rundplastik
Untergattung:
Idealfigur
Ergänzungen:
Nase, r. Oberlid, l. Ohr, einzelne Locken, Teile der l. Hand,
Teil der Strigilis, Finger der r. Hand, Zehen, Teile des
Stammes, Plinthe.
Fundstelle:
Trastevere
Herkunft:
Land: Italien, Ort: Rom
Datierung:
-0330 bis -0320
Epoche:
Hellenismus
Aufbewahrung:
Land: Italien
Ort: Rom
Museum: Vatikanische Museen
Inventarnummer: 1185
Ein schlanker junger Athlet schabt nach dem Wettkampf mit Hilfe einer Strigilis den Sand und Staub der Palaestra von seinem eingeölten nackten Körper ab. In der vor der Brust angewinkelten Linken hält er das Schabeisen und streicht damit an der Unterseite des nach vorn gestreckten Armes entlang. Er steht dabei auf dem linken Bein und hat das rechte locker zur Seite gestellt. Dieses Standmotiv, die Bewegung der Arme und die leichte Drehung und Neigung des Kopfes mit dem kurzen, lockigen Haar und dem leicht pathetisch wirkenden Gesichtsausdruck verleihen der Figur eine dynamische Unruhe. Der Betrachter wird aufgefordert, die Statue zu umschreiten und damit als Teil der eigenen räumlichen Umgebung zu erleben. Dies unterscheidet den sich Abschabenden (griech. „Apoxyomenos“) von den Statuen des Praxiteles und anderer spätklassischer Bildhauer, die wie Bilder inszeniert und damit in gewisser Weise dem Handlungsraum des Betrachters entrückt sind.
Schon 1850 wurde erkannt, dass die kurz zuvor in Rom gefundene Marmorstatue eine Kopie nach einer berühmten Bronzestatue des Lysipp darstellt. Dieser ungeheuer produktive, u. a. für Alexander den Gro tätige Bronzebildner war mit seinen neuartig lebendig und lebensnah wirkenden Skulpturen ein entscheidender Wegbereiter für die fr Plastik.
In der Zeit des Augustus ließ Agrippa das um 320 vor Christus entstandene Bronzeoriginal des Apoxyomenos in Rom öffentlich aufstellen. Als Kaiser Tiberius das berühmte Stück später in seine Privatgemächer transferieren ließ, gab es einen Volkstumult. Tiberius musste die Statue wieder an ihren vorigen Standort zurückbringen lassen.
Dass trotz der Beliebtheit des Originals nur eine einzige römische Marmorkopie bekannt ist, könnte auch technische Gründe haben. Um die weit in den Raum ausgreifende Figur in Marmor umsetzen zu können, musste der römische Kopist nicht nur die obligatorische Baumstütze, sondern zusätzliche Armverstrebungen anbringen.


