Allgemeine Angaben
Inventarnummer:
A 316
Kurzbezeichnung:
Statue der Eirene mit dem Plutosknaben
Abguss
Breite Abguss:
1.07m
Höhe Abguss:
2.02m
Dicke Abguss:
0.68m
Material:
Gips
Bemerkung:
Abguß mit den alten Ergänzungen, am Plutos einige Finger abgebrochen.
Bezugsdatum:
1866
Original
Name:
Statue der Eirene mit dem Plutosknaben
Material:
Marmor
Format:
lebensgroß
Funktion:
Kultbild
Gattung:
Rundplastik
Untergattung:
Idealfigur
Ergänzungen:
(von Cavaceppi): an der Eirene der r. Arm, Finger an der l.
Hand, das Gefäß, einige Gewandzipfel, Rückenüberschlag rechts.
Am Plutosknaben die Arme, Füße, der Hals und die Nasenspitze.
Der Kopf ist antik, aber nicht zugehörig. Ein Teil der
Ergänzungen jetzt abgenommen, der Plutosknabe mit einem Abguß
des Kopfes in Athen vervollständigt.
Datierung:
-0384 bis -0364
Epoche:
Spätklassik (Griechische Antike)
Aufbewahrung:
Land: Deutschland
Ort: München
Museum: Glyptothek
Inventarnummer: 219
Sonstiges: ehem. Villa Albani
Die Statue der Friedensgöttin Eirene, die den Plutos−Knaben, die Personifikation des Reichtums, auf dem Arm trägt, ist in mehreren römischen Marmorkopien überliefert. Das verlorene Bronzeoriginal wurde wohl kurz nach 374 vor Christus von den Athenern anlässlich der Einführung eines eigenen Kultes für Eirene auf der Agora aufgestellt. Es stammte von dem Bildhauer Kephisodotos, der vermutlich Vater des Praxiteles war.
Die Statue war sehr berühmt und wurde nicht nur in römischer Zeit kopiert und auf Münzen abgebildet, sondern bereits kurz nach ihrer Aufstellung auf Vasenbildern wiedergegeben.
Der Reichtum als Schützling des Friedens ist zwar eine abstrakte Vorstellung, doch wurden sowohl Eirene als auch Plutos von den Griechen von alters her als anschauliche göttliche Wesen aufgefasst.
Kephisodot stellt Eirene als mütterliche Gestalt im Peplos dar. Tracht und matronale Körperformen erinnern an Demeter, die mythische Mutter des Plutos. In der Linken hielt die Friedensgöttin außer dem halbnackten Knäblein ein großes Füllhorn, Zeichen des Überflusses. Die Rechte war erhoben und umfasste ein bodenlanges Szepter. Der Kopf mit dem in der Mitte gescheitelten und in langen Korkenzieherlocken auf die Schultern herabfallenden Haar ist dem Kind zugewandt, das sich zärtlich zu seiner Beschützerin emporreckt.
Die streng vertikale Bildung der Peplosfalten im Beinbereich wirkt wie ein Rückgriff auf Gestaltungsformen der hochklassischen Zeit. Das Motiv des auf dem Arm getragenen Kindes hingegen verbindet das Werk des Kephisodot mit dem etwa 40 Jahre später entstandenen ‚Hermes mit dem Dionysosknaben‘ seines mutmaßlichen Sohnes Praxiteles.


