ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT GÖTTINGEN

[Bildquelle:] Copyright: Archäologisches Institut der Universität Göttingen

Hermes mit dem Dionysosknaben

Allgemeine Angaben

Inventarnummer:

A 331

Kurzbezeichnung:

Hermes mit dem Dionysosknaben

Abguss

Breite Abguss:

0.96m

Höhe Abguss:

2.06m

Dicke Abguss:

0.65m

Material:

Gips

Bemerkung:

Abguß der Statue ohne die Ergänzungen und ohne die Arme des Dionysoskindes, aber mit
dem r. Fuß.

Bezugsdatum:

1897

Original

Name:

Hermes mit dem Dionysosknaben

Material:

Marmor

Format:

überlebensgroß

Gattung:

Rundplastik

Untergattung:

Idealfigur

Ergänzungen:

l. Unterschenkel mit Fuß, r. Unterschenkel, unterster Teil des
Baumstammes.

Herkunft:

Land: Griechenland, Ort: Olympia

Datierung:

-0350 bis -0330

Epoche:

Spätklassik (Griechische Antike)

Aufbewahrung:

Land: Griechenland
Ort: Olympia
Museum: Museum
Inventarnummer: 17


Mit elegantem Hüftschwung lehnt sich der bis auf seine Sandalen unbekleidete Gott Hermes auf einen hohen Baumstamm, über den er seinen langen, stoffreichen Mantel gebreitet hat. Er ist auf dem Weg zu den Nymphen, um ihnen das mutterlose Dionysoskind zur Pflege zu übergeben.

Das halbnackte Knäblein sitzt auf dem aufgestützten Unterarm des Hermes und hascht nach einer Weintraube, die dieser in der (jetzt verlorenen) erhobenen Rechten hielt. Das Haupt mit dem kurzgelockten Haar hat der Götterbote seinem Schützling zugewandt, doch scheint er gleichsam träumerisch über das lebhaft gestikulierende Kind hinwegzublicken.

Die virtuos gearbeitete Marmorstatue wurde 1877 bei den deutschen Ausgrabungen im Heratempel von Olympia gefunden, genau da, wo Pausanias eine Statue des Hermes von der Hand des Praxiteles erwähnt. Man war daher lange Zeit überzeugt, mit dieser Figur das einzige erhaltene Original des berühmten athenischen Bildhauers zu besitzen. Technische Merkwürdigkeiten wie die weitgehend roh belassene Rückseite der Figur, die Politur der nackten Partien und der Stützsteg an der linken Hüfte, aber auch stilistische Erwägungen haben dazu geführt, dass heute viele Archäologen in der Statue kein Original, sondern eine hellenistische oder römische Kopie erblicken. Dass der Entwurf der Figur auf Praxiteles zurückgeht, ist jedoch unumstritten. Das Motiv des lässigen Sich−Aufstützens, der S−Schwung des schlanken Körpers und die weiche Modellierung des Inkarnats gelten als typisch praxitelische Stilmerkmale.