Allgemeine Angaben
Inventarnummer:
A 187
Kurzbezeichnung:
Karyatide C
Abguss
Höhe Abguss:
2.31m
Material:
Gips
Bemerkung:
Abguß ohne den Abakus, mit Gußnähten; Oberfläche blasig.
Bezugsdatum:
1851
Original
Name:
Karyatide C
Material:
Marmor
Format:
überlebensgroß
Funktion:
Bauplastik
Gattung:
Bauglied
Untergattung:
Idealfigur
Herkunft:
Land: Griechenland, Ort: Athen
Herkunft Sonstiges:
Kore C
Datierung:
-0435 bis -0406
Epoche:
Klassik (Griechische Antike)
Aufbewahrung:
Land: Großbritannien
Ort: London
Museum: Brit. Mus.
Inventarnummer: 407
Nach der Zerstörung des Alten Athena−Tempels auf der Akropolis durch die Perser errichtete man zwischen 421 und, mit einer Unterbrechung, 406 v. Chr. der alten Kultstatue der Athena Polias, der Stadtgöttin, ein neues Heiligtum, das Erechtheion. Es erhielt seinen Namen von einem der mythischen Urkönige Athens, Erechtheus. An das Erechtheion ist im Süden ein kleiner Bau angegliedert, der den Namen „Korenhalle“ trägt. Auf einem hohen Sockel aus Orthostatenblöcken stehen, anstellen von Säulen, sechs Frauenskulpturen und tragen ein baldachinartiges Dach. Diese „Koren“ finden sich auch an anderer Stelle, z.B. am Schatzhaus der Siphnier in Delphi, als Stützfiguren anstelle von Säulen.
Die Figuren, die sich nur in Details unterscheiden, stehen aufrecht und tragen einen Peplos mit untergegürtetem Kolpos und Überschlag. Über den Rücken hängt ein auf den Schultern befestigter Mantel. Ihr linkes Spielbein ist zur Seite gestellt und zeichnet sich deutlich unter dem Gewand ab, während das rechte Standbein nicht zu erkennen ist. Die senkrechten Falten an dieser Stelle erinnern geradezu an die Kanneluren von Säulen. Der nach links gesenkten Hüfte entspricht der Verlauf des Kolpos, der mit seinem Bogen die Ponderation nachvollzieht. Bei keiner der Koren sind die Hände erhalten. Aber offenbar waren die Figuren so berühmt, dass sie nachgebildet wurden. Römische Kopien wurden sowohl am Forum des Kaisers Augustus in Rom als auch in der Villa des Kaisers Hadrian in Tivoli bei Rom aufgestellt. Wie die römischen Kopien belegen, fassten die Koren mit der linken Hand den Mantel und hielten in der rechten Hand Phialen, während die Handgelenke mit schlangenförmigen Armreifen geschmückt waren. In einem dicken Zopf zusammengefasst fällt das Haar hinten über den Rücken. Auf ihren Köpfen tragen sie Kapitelle.
Es ist nicht überliefert, welche Funktion die Korenhalle besaß. Zum einen ist die Halle als hervorgehobenes Grabmal für den mythischen athenischen Urkönig Kekrops gedeutet worden, zum anderen nahm man an, dass sich dort die Arrephoren aufhielten, athenischen Mädchen, die am Kult der Athena Polias teilnahmen.



