Zur Person
Claudius (Tiberius Claudius Nero Germanicus) wurde 10 v. Chr. in Lugdunum als Sohn des Nero Claudius Drusus geboren. 41 n.Chr. trat er die Nachfolge Caligulas als römischer Kaiser an. 43 n. Chr. eroberte er den Südosten Britanniens, befestigte die Donaugrenze und sorgte für eine Reform der Verwaltung. Claudius stand zunächst stark unter dem Einfluss seiner Gattin Valeria Messalina, die aber 48 n.Chr. aufgrund eigener Intrigen zu einer Bedrohung wurde und mit ihren Anhängern hingerichtet wurde. Ein Jahr später heiratete Claudius seine Nichte Agrippina minor. Auch sie übte großen Einfluss auf Claudius aus. 50 n. Chr. adoptierte er Nero, den Sohn Agrippinas aus erster Ehe, der als Thronfolger bestimmt wurde. Bevor Claudius die Thronfolge zugunsten seines leiblichen Sohnes Britannicus neu regeln konnte, ließ ihn Agrippina 54 n. Chr. vergiften.
Zum Bild des Claudius in der antiken Literatur
Beobachtungen zum Porträt
Sammlung
Quellen
Literatur
Agrippina minor
Zur Person
Agrippina d. Jüngere wurde 15 n. Chr. in Köln (damals ein römisches Militärlager) als Tochter des Germanicus und der Agrippina maior geboren. Kaiser Caligula war ihr Bruder. In zweiter Ehe heiratete sie ihren Onkel, Kaiser Claudius und erreichte damit die für eine Frau maximale Machtfülle. Sie brachte Claudius dazu, ihren Sohn Nero zu adoptieren und ihn mit seiner Tochter Octavia zu vermählen. Mit der Zeit festigte Agrippina ihre Machtposition und trat neben Claudius immer mehr in den Vordergrund. So saß sie bei allen offiziellen Anlässen und Spielen neben ihm auf einem Thron, hielt selbst Hof und empfing Gesandte. Sie erhielt zudem eine Ehrengarde von Pr sowie ein eigenes Staatsschiff. Bei öffentlichen Auftritten stand sie wie Claudius auf einer eigenen Tribüne und man huldigte ihr mit den gleichen Grüßen und Gesten wie dem Kaiser. Schon zu ihren Lebzeiten erschien ihr Bildnis auch auf Münzen. Nach dem Mord an Claudius 54 n. Chr. wurde ihr Sohn Nero Kaiser. Zunächst hatte sie großen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte, den Nero ihr in späteren Jahren streitig machte und sie deshalb auch 59 n. Chr. ermorden ließ.
Zum Bild der Agrippina in der antiken Literatur
Antike Autoren beschreiben Agrippina als streng, hochmütig und herrschsüchtig. Im Vergleich mit Messalina, der ersten Frau des Claudius, soll sie beim Volk aber beliebter gewesen sein, da mit Agrippina das politische Leben von weniger Skandalen und Staatsprozessen geprägt war.
„Umgewandelt war seitdem die Stadt, und alles gehorchte einer Frau, die nicht mutwillig, wie Messalina, ihre Launen am römischen Staatsleben ausließ. Straff und gleichsam männlich zog sie die Zügel der Sklaverei an; in der Öffentlichkeit zeigte sie Strenge und in der Regel Hochmut; in ihrem Haus gab es keine Sittenlosigkeit, außer wenn es ihrer Herrschsucht dienen konnte.“